Der Verein für Internationale Jugendarbeit setzt sich für Perspektive und Orientierung für junge Frauen aus Osteuropa ein.
Sie suchen das Glück und manche von Ihnen werden Opfer von Menschenhändlern. Frauen in Osteuropa sehen die Migration nach Deutschland zunehmend als eine Möglichkeit für eine begrenzte Zeit oder auf Dauer den Lebensbedingungen in ihrer Heimat zu entfliehen: Armut, Arbeitslosigkeit, Korruption, erschwerter Zugang zu Bildung. Durch die Migration hoffen sie, ihre Familie unterstützen zu können oder nach der Rückkehr in die Heimat bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Mangels ausreichender Vorinformation laufen die Frauen jedoch Gefahr, ausgebeutet oder zur Prostitution gezwungen zu werden.
Deshalb hat der Verein für Internationale Jugendarbeit (vij) gemeinsam mit dem Bündnis gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution Baden Württemberg ein internationales
„Beratungs- und Bildungsprogramm für junge Bildungs- und Arbeitsmigrantinnen aus Osteuropa zur Prävention von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung“
gestartet. Mitbeteiligt sind neben dem vij-Bundesverein auch die Landesvereine des vij in Bayern und Württemberg.
Das Projekt will jungen osteuropäischen Frauen zwischen 18-30 Jahren die Migration vom Herkunftsland ins Zielland und wieder zurück ohne Angst und in Sicherheit ermöglichen. Zunächst sind die Herkunftsländer Ukraine, Russland und Rumänien im Focus. Die jungen Frauen sollen vor, während und nach der Phase der Migration intensiv beraten, begleitet und qualifiziert werden, um nachhaltige Perspektiven und Orientierung zu gewinnen. Dabei kann es sich um Selbsthilfegruppen, Karriereberatung, Hilfen bei der Arbeitsplatzsuche oder Unterstützung beim Start in die Selbständigkeit handeln.
Sigrid Schneider-Grube, Vorsitzende vom vij-Bundesverein erläutert das verstärkte Engagement in Osteuropa:
„Immer mehr Opfer von Menschenhandel kommen in unsere Beratungsstellen. Durch die länderübergreifende Vernetzung von Frauenberatungsstellen wollen wir im globalisierten Europa eine internationale Schutzkette für mobilitätsbereite Frauen schaffen. Mit dieser menschenrechtsorientierten Sozialarbeit knüpfen wir an die 130-jährige Tradition unseres Vereins an, aus dem neben der Au-pair-Beratung und internationalen Jugendtreffs, sowie den Fachstellen Frauenmigration und Menschenhandel auch die Evangelische Bahnhofsmission hervorgegangen ist.“
Dem Bündnis gehören unter anderen Diakonie, Caritas, TERRE DES FEMMES, Landesfrauenrat Baden-Württemberg, Fachstellen und Organisationen der Kirchen, der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg, Bündnis 90/ Die Grünen und SPD im Landtag, sowie die DGB-Bezirksfrauen an. Tanja Urban, Koordinatorin des Bündnis‘ gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel Baden-Württemberg im Diakonischen Werk Württemberg:
„Armut darf nicht nur durch Auswanderung überwunden werden. In den Herkunftsländern müssen durch Beschäftigungsprojekte Möglichkeiten für Frauen geschaffen werden, ihre Lage selbst zu verbessern. Auch muss Aufklärung über die Gefahren von illegaler Einreise geleistet werden“.
Der vij-Bundesverein ist ein internationaler und ökumenisch arbeitender Frauenverein mit 10 Landesvereinen und 19 Ortsvereinen in Deutschland, sowie Auslandsberatungsstellen in Paris, St. Petersburg, Kaliningrad, Odessa, Charkiv und Oradea/Rumänien.
Kontakt und Auskunft:
Helga Riebe
Tel. 069 46939701
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Tanja Urban
Tel. 0711 1656255
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.








